Motorkraft und Funkgerät

Motorkraft und Funkgerät 
Die stete Aufwärtsentwicklung der Feuerwehr

Ein wichtiger Meilenstein in der Aufwärtsentwicklung unserer Wehr war das 25jährige Bestehen. Dies wurde naturgemäß im Jahr 1955 gefeiert. 
Wiederaufbau1 Zu diesem Zweck wurde der Dreschplatz mühevoll für das Aufbauen eines Festzeltes hergerichtet. 

Neben den Rauenthaler Ortsvereinen und zahlreichen Nachbarfeuerwehren nahm die hiesige Bevölkerung regen Anteil an diesem großen Fest, an welchem sich unsere Feuerwehr erstmals nach dem großen Krieg wieder repräsentativ in der Öffentlichkeit darstellen konnte. 



Wiederaufbau2Besonderer Höhepunkt dieses Festes war der große Umzug durch die feierlich geschmückten Straßen unserer Heimatgemeinde. 

Sicher als späte Folge dieser gelungenen Demonstration der organisierten Hilfsbereitschaft ist der enorme Erfolg der im Jahre 1959 stattgefundenen Mitgliederwerbeaktion anzusehen. Der damalige Bürgermeister Klein und der Ortsbrandmeister Sturm konnten für die Sache der Feuerwehr über 100 neue zahlende Mitglieder begeistern, so das sich die Mitgliederzahl mit einem Schlag mehr als verdoppelte. Ein schöner Erfolg! 

So gestärkt konnte sich die Freiwillige Feuerwehr Rauenthal einen lange gehegten Wunsch erfüllen: Pünktlich zum 30jährigen Jubiläum im Jahre 1960 konnte die Vereinsfahne angeschafft und geweiht werden. 

Gruppenbild sw Diese, heute noch viel bestaunte Fahne, ist in den Farben Gold und Silber auf rotem Samt gestickt und zeigt auf der einen Seite den heiligen Florian mit der Rauenthaler Pfarrkirche und der Inschrift „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“, auf der anderen Seite auf blauem Samt das Rauenthaler Wappen mit dem Namen unserer Wehr. Auch dieses Fest wurde wieder auf dem Dreschplatz gefeiert, und alle kamen wieder: die Ortsvereine, die Nachbarwehren und natürlich auch die Rauenthaler. 

Auf der Jahreshauptversammlung 1961 schied der damalige Ortsbrandmeister Jakob Sturm nach dreißigjähriger aktiver Tätigkeit aus Altersgründen aus und legte die Führung der Wehr in jüngere Hände. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Philipp Werner gewählt. Dessen Nachfolge trat Eberhard Blees an. Bereits ein Jahr später sollte Hans Schäfer Eberhard Blees im Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters folgen. 

Nach so vielen Veränderungen im Vereinsgeschehen gab es dann im Jahre 1962 noch ein wichtige Errungenschaft im Bereich der Brandschutztechnik. In diesem Jahr erhielt unsere Wehr ihr erstes motorisiertes Einsatzfahrzeug. 


TSF altEs handelte sich um ein von der Fa. Ziegler ausgebautes Tragkraftspritzenfahrzeug TSF auf einem Ford Fahrgestell FK 1250 Transit. Mit diesem Fahrzeug konnte nunmehr eine Staffel sowie die feuerwehrtechnische Beladung für eine Löschgruppe nebst Tragkraftspritze TS 8/8 rasch zur Einsatzstelle gebracht werden. Bei der mit dem Fahrzeug gelieferten Tragkraftspritze handelte es sich übrigens um die erste dieser Art bei unserer Feuerwehr mit einem 4-Takt-Verbrennungsmotor. Zur Finanzierung dieses Fahrzeuges führte die Rauenthaler Feuerwehr ein Haussammlung durch, die den für die damaligen Verhältnisse sehr beachtlichen Betrag von 6.693,-- DM erbrachte. Die Restkosten trug die Gemeindekasse. Um den gestiegenen Entfernungen in unserer immer rascher wachsenden Gemeinde Rechnung zu tragen beschaffte der Feuerwehrverein bereits ein Jahr später dann einen Schlauchanhänger der Fa. Barth. 


Schlauchanhänger Barth 

Mit diesem heute noch im Einsatzdienst stehenden Gerät können 260 Meter B-Schlauch während der Fahrt verlegt werden. Ferner sind 2 Haspeln mit C-Schläuchen sowie wasserführende Armaturen auf diesem Anhänger verlastet. 1966 wurden der neue Wasserhochbehälter und die vollkommen erneuerte und stärker dimensionierte Wasserleitung in Betrieb genommen. Hierdurch wurde auch der Brandschutz erheblich verbessert und das alte Problem der Löschwasserversorgung in Rauenthal endlich gelöst. Nachdem der damalige Rheingaukreis vom Land Hessen als Musterkreis für die flächendeckende Einführung des BOS-Funknetzes ausgewählt wurde, erhielt unser Wehr im Jahre 1972 die ersten Funkgeräte und Funkalarmempfänger. Somit war es nun möglich, bei größeren Einsätzen über die neue Rettungsleitstelle in Rüdesheim binnen kürzester Zeit zusätzliche Hilfe von den Nachbarwehren zu erhalten. 

altes Gerätehaus

Nach langen Planungs- und Umbauarbeiten wurde dann 1974 das Feuerwehrgerätehaus in seiner heutigen Form fertig gestellt. Neben einer vergrößerten Fahrzeughalle verfügt unser Gerätehaus seit dieser Zeit über einen Unterrichtsraum.Damit ging ein alter Wunsch unserer Wehr in Erfüllung. Die Möblierung dieses Raumes, in dem auch Versammlungen und interne Feiern stattfinden können, erfolgte durch die Vereinskasse. 

 

Im Jahre 1975 wurde Robert Werner Nachfolger des auf eigenen Wunsch aus dem Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters ausgeschiedenen Hans Schäfer. Ein Jahr später wurde unsere Feuerwehr im Rahmen einer Landesbeschaffungsaktion mit einem Löschgruppenfahrzeug LF 8 auf Mercedes-Benz Fahrgestell LF 409 G und einem feuerwehrtechnischen Aufbau der Fa. Bachert ausgestattet. 

altes LF8 

Gleichzeitig mit diesem Fahrzeug erhielten wir dann auch die ersten Atemschutzgeräte. Endlich konnte unsere Wehr ohne den gefährlichen Atemgiften ausgesetzt zu sein, einen wirkungsvollen Innenangriff vorzutragen. Da dieses neue Fahrzeug nicht nur über eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8, sondern auch noch über eine zusätzlich im Heck eingeschobene Tragkraftspritze TS 8/8 verfügte, konnte endlich die letzte 2-Takt-Motor-Spritze aus den Vorkriegsjahren ausgesondert werden. 

Mit Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinde Rauenthal in die Stadt Eltville zu 01.01.1977 gab es auch Veränderungen in der Feuerwehr. Der Ortsbrandmeister der damaligen Gemeinde wurde zum Wehrführer und leitete die Wehr nicht mehr voll eigenverantwortlich, sondern untersteht seit dieser Zeit dem Stadtbrandbrandinspektor der Stadt Eltville, welcher von den Angehörigen der mittlerweile 5 Eltviller Feuerwehren gewählt wird. Aber auch die Wege wurden weiter, und dies nicht nur im wörtlichen Sinn. War es bis dahin oftmals auf dem kurzen Dienstweg möglich dringend notwendige Geräte zu erhalten, müssen nunmehr lange und zermürbende Verwaltungswege in Kauf genommen werden. Es ist mehr als bedauerlich, dass ein sehr großer Teil der von den ehrenamtlich Tätigen Feuerwehrleuten aufgewendeten Energie in diesem immer undurchdringlicher werdenden Dickicht von zuweilen scheinbar künstlich aufgebauten bürokratischen Hindernissen aufgezehrt wird. Es wäre äußerst wünschenswert, wenn die hauptberuflichen und gut bezahlten Kräfte in der Eltviller Verwaltung endlich mit den Feuerwehren arbeiten würden, und diese nicht nur, so scheint zumindest der Eindruck, als notwendiges Anhängsel betrachten würden. 

Im Frühjahr 1978 löste Wolfgang Ringel den seitherigen 2. Kommandanten unserer Wehr, Robert Werner, ab. 

Gruppenbild Werner 

Im gleichen Jahr wurde die Jugendfeuerwehr Rauenthal gegründet um den personellen Bestand unserer Feuerwehr auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zu sichern. Über die sehr erfolgreiche Arbeit unserer Jugendgruppe wird an anderer Stelle ausführlich berichtet. 

1980 wurde dann in Rauenthal wieder groß gefeiert. 

5oJahre 

Das 50jährige Jubiläum wurde in einem Festzelt auf dem hinteren Schulhof unter reger Anteilnahme der Bevölkerung begangen. Besonders High-Light der Festtage war wieder der Festzug der Rauenthaler Ortsvereine und der befreundeten Feuerwehren aus nah und fern durch die geschmückten Straßen und Gassen unserer Heimatgemeinde. Selbst der damalige hessische Ministerpräsident Holger Börner lies es sich nicht nehmen, unserer Gemeinde an diesem Tag seinen Besuch abzustatten.