Universalwehr

Universalwehr
Einsätze erfordern mehr als nur Schläuche

Wenige Jahre nach dem 50jährigen Jubiläum musste das letzte technische Gerät aus den Gründertagen unserer Wehr ausgemustert werden. Die alte Holzleiter aus dem Jahre 1930 musste im Jahre 1983 außer Dienst gestellt werden. Den strengen Sicherheitsvorschriften konnte dieses Gerät nach über 50 Einsatzjahren nicht mehr gerecht werden. Als Ersatz hierfür wurde dann 1984 eine gebrauchte Anhängeleiter AL 17 (Magirus) angeschafft.
alte AL Die Rauenthaler Feuerwehr beteiligte sich mit 1/3 an den Beschaffungskosten, der übrige Betrag wurde von der Stadt Eltville aufgebracht. Noch im gleichen Jahr

galt es erneut Abschied zu nehmen. Das 1962 beschafft Tragkraftspritzenfahrzeug wurde wegen erheblicher Mängel nach einer TÜV-Untersuchung aus dem Verkehr gezogen. Als Übergangslösung wurde dann das bei der Freiw. Feuerwehr Erbach zwischenzeitlich Ersatz beschaffte LF 8 (Opel Blitz/ Ziegler) aus dem Jahre 1961 nach Rauenthal verlegt.

Opel Blitz

Doch auch bei diesem Wagen brachte nach einem Jahr die TÜV-Prüfung das Aus. Die Frage nach einem adäquaten Ersatzfahrzeug für das ausgediente TSF wurde von der Stadt Eltville einerseits und der Freiw. Feuerwehr Rauenthal andererseits sehr kontrovers diskutiert. Während sich die Eltviller Stadtväter auf den Standpunkt stellten, ein gleichartiges Fahrzeug zu beschaffen, forderte unsere Wehr mit Unterstützung des Brandschutzaufsichtsdienstes und den Vertretern des Regierungspräsidiums und des Hess. Innenministeriums für Rauenthal die Anschaffung eines Wasser führenden Fahrzeuges. Das Land Hessen stellte hierfür sogar einen Zuschuss in Aussicht. Letztlich konnten sich die Eltviller Gremien durchsetzen und kauften als Ersatz wiederum ein Tragkraftspritzenfahrzeug, nunmehr auf VW LT 31 Fahrgestell und mit Ziegler-Ausbau.

Ziegler TSF

Beladen war dieser 1985 gelieferte Wagen nur mit einem Atemschutzgerät und einer Hand voll Schläuchen. Die restlichen Geräte und das überwiegende Schlauchmaterial sowie die Tragkraftspritze mussten von dem alten TSF (Baujahr 1962!) übernommen werden. Da sich die Rauenthaler Feuerwehr jedoch nach wie vor der Wichtigkeit eines Wasser führenden Fahrzeuges bewusst war, beschaffte sie ebenfalls 1985 ein gebrauchtes TLF 8 auf einem Mercedes-Benz Unimog 404 S Fahrgestell mit Magirus-Aufbau und einer Ziegler Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 1.600 Liter/ min. Dieses Fahrzeug mit einem 800 Liter Löschwassertank hatte zuvor dem Katastrophenschutz gedient.

Unimog

 


Heck Lf altIn den Folgejahren wurde dann unter erheblicher Beteiligung der Vereinskasse und zahlreicher Spender die Atemschutzausrüstung vervollständigt. Gänzlich aus Vereinsmitteln beschaffte die Wehr dann nach und nach einen hydraulischen Rettungssatz, bestehen aus 2 Rettungscheren, 1 Rettungsspreitzer, 3 Rettungszylindern und einem sog. Pedalschneider nebst Hydraulikpumpe und sonstigem Zubehör.

Die Notwendigkeit der Vorhaltung solcher Geräte zeigte sich bereits wenige Tage nach der Lieferung der ersten Schere an unsere Wehr: Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der nahen Bundesstraße B 260 galt es einen schwer verletzten Kraftfahrer aus dem Wrack seines PKW zu befreien. So motiviert wurde zwischenzeitlich noch ein Satz Hebekissen und weiters Gerät zur technischen Unfallhilfe beschafft. Auch wenn die Einsätze mit diesen Geräten Gott sei Dank nicht an der Tagesordnung sind, kommt es doch immer wieder zu Notfällen, die Wichtigkeit dieser Geräte verdeutlicht.

 

 

 


VU B260
Nachdem unsere Wehr auch immer öfter zu Ölunfällen gerufen wurde, entschied sich die Führung der Rauenthaler Feuerwehr auch für derartige Einsätze eine Grundausrüstung vorzuhalten. Gefahrgutanhänger

Wieder war es die Vereinskasse welche die Kosten zu übernehmen hatte. So wurden u.a. ein 5.000 Liter Ölauffangbehälter, eine Gefahrgutmembranpumpe mit Schlauchmaterial und Armaturen sowie leichte Schutzanzüge beschafft. Verlastet wurden diese Geräte sowie ein Greifzug TU 32 und ein Stromerzeuger sowie weitere Geräte auf einem hierfür angeschafften und von der Feuerwehr selbst ausgebauten Anhänger. Als Unterkunft für diesen Anhänger, welcher beim besten Willen nicht mehr in die alte Fahrzeughalle zu stellen war, erhielten wir eine größere Garage in einer Außenstelle des Bauhofs, ca. 100 Meter vom Gerätehaus entfernt.

Hierhin wurde dann auch der Schlauchanhänger sowie ein der Wehr zwischenzeitlich gestifteter Traktor der Marke Eicher ausgelagert. Apropos Traktor: Von einem Winzer wurde uns ein Schmalspurschlepper überlassen. Mit diesem wendigen Fahrzeug sollte insbesondere die Anhängeleiter in den engen Gassen des alten Ortskernes bewegt werden.

Traktor

Ferner sollte mit diesem Gerät auch bei den doch rechtzahlreichen Unfällen von Winzern mit Ihren Traktoren in den engen Weinbergszeilen Hilfe geleistet werden. Kein Rüstwagen und kein schwerer Ackerschlepper kann hierhin vordringen, und gerade in den Steillagen der Rauenthaler Weinberge kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. So hat dieses recht ungewöhnlich Fahrzeug doch eine sinnvolle Aufgabe im Gesamtkonzept der Rauenthaler Feuerwehr.

 

 

Nachdem der Unimog im Jahre 1991 mit einem Getriebeschaden ausfiel, entschloss sich unsere Wehr als Ersatz hierfür ein gebrauchtes TLF 16/25 (MAN/ Ziegler) anzuschaffen. Durch den größeren Löschmittelvorrat dieses Wagens wurde die Schlagkraft unserer Feuerwehr nochmals deutlich erhöht.


TLF 16/25 alt

Die AL 17 wurde wenige Jahre später durch eine beim Stützpunkt Eltville ausrangiert Anhängeleiter AL 18 (Metz) ersetzt. Da dieses Gerät aufgrund eines schweren Unfalles bei den Vorbesitzern nicht das nötige Vertrauen in unserer Wehr fand und diese Metz-Leiter auch deutlich schwerer und unhandlicher als unser alte Magiurs-AL war, wurde nach einem vernünftigen Ersatz Ausschau gehalten. Nach rund einem Jahr konnte dann eine moderne AL 16/4 erworben werden. Diese Gerät der Firmen Metz/Glatz ist handlicher als die alte Metz-Leiter und darf darüber hinaus auch mit 80 statt 25 km/h bewegt werden.

AL neu

Zur Unterbringung von Ausbildungsmaterial und der Kleiderkammer wurde uns zwischenzeitlich von der Stadt Eltville ein Raum im ehemaligen Rauenthaler Rathaus überlassen. Somit konnte die permanente Raumnot der Rauenthaler Feuerwehr zumindest in diesem Punkt etwas gelindert werden. Als 1999 bei dem zu diesem Zeitpunkt bereits 33 Jahre alten TLF 16/25 die Kupplung ihren Dienst versagte, war die Instandsetzung dieses Wagens wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Als Ersatz wurde ein gebrauchtes Fahrzeug gleichen Typs auf einem Mercedes-Benz Fahrgestell LAF 1113 B mit Schlingmann Aufbau und Rosenbauer-Heckpumpe beschafft.

TLF 16/25

Die Kosten hierfür wurden wiederum voll aus der Vereinskasse getragen. Ebenfalls 1999 wurde die Ausrüstung aller Feuerwehrmänner mit Feuerschutzanzügen abgeschlossen. Somit ist auch für unsere eigenen Kräfte der größtmögliche Schutz im Brandfalle gewährleistet. Unsere Feuerwehr erhielt zum unechten (70.) Jubiläum, welches im Rahmen des alljährlichen Tages der offenen Tür gefeiert wurde, im Jahr 2000 von der Fa. EFEN ein Hochleistungslüfter mit Wasservorsatz.

Lüfter

Der alljährliche Tag der offenen Tür, an welchem sich unsere Wehr der Rauenthaler Bevölkerung präsentiert, stand 2001 unter keinem guten Stern. Bei einer Schauübung löste sich die Handbremse unseres TSF und der Wagen rollte führerlos bergab. Trotz des mutigen Versuchs eines Kameraden, in den Wagen zu springen und diesen wieder unter Kontrolle zu bringen, prallte der Wagen mit voller Wucht vor den entgeisterten Blicken der Wehrleute und der Rauenthaler Bevölkerung gegen eine Mauer. Der Gesamtschaden an dem Fahrzeug war so groß, dass eine Reparatur absolut unwirtschaftlich war.

VU TSF

Nach diesem Desaster war uns allen natürlich nicht nach Feiern zumute. Aber ganz Rauenthal stand hinter seiner Feuerwehr. Eine spontan durchgeführte Spendenaktion der Rauenthaler Bevölkerung und Unternehmen erbrachte die Rekordsumme von über 30.000,-- DM zur Finanzierung eines Ersatzfahrzeuges. Durch diese Solidarität, aber auch durch einen tiefen Griff der Eltviller Stadtväter in die Stadtkasse und eines 5-stelligen Zuschusses aus der Vereinskasse, konnte noch im gleichen Jahr ein neuwertiges TSF (VW LT/Ziegler) erworben werden.

TSF neu

Für diese große und unkomplizierte Hilfe möchten wir uns bei allen Freunden und Gönnern sowie bei den städtischen Gremien sehr herzlich bedanken. Das 1976 beschaffte Löschgruppenfahrzeug LF8 wurde im Jahre 2002 durch ein modernes Löschgruppenfahrzeug LF8/6 (MAN/Ziegler) ersetzt. Dieses Fahrzeug verfügt neben einer umfangreichen Ausrüstung zur Brandbekämpfung auch über zahlreiche Geräte zur technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen.

LF 8/6

Das alte LF8 konnte dank einer Spende der Stadt Eltville einer befreundeten Feuerwehr in Bosnien zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der zahlreichen Mängel und des hohen Alters konnte der Wagen die 1.500 km lange Überführung nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen und wurde mit einem Lkw der Malteser an seinen neuen Bestimmungsort gebracht.
LF8
Nach einer grundlegenden Überholung verrichtet er dort trotz zahlreicher nicht zu behebender Mängel und Unzulänglichkeiten noch heute den Dienst gegen den Roten Hahn. Das nächste Ziel unserer Wehr ist der alsbaldige Baubeginn des von der Stadt Eltville geplanten neuen Feuerwehrgerätehaus. Mit Baubeginn ist noch im Jahr 2007 zu rechnen. Fertigstellung wird dann voraussichtlich im Sommer 2008 zu erwarten sein.